Pressemitteilung – Fällung einer Eiche am Bahnhofsvorplatz

Das Bäumefällen am Bahnhof nimmt kein Ende – wann wird die Stadtplanung endlich etwas lernen?

Wegen eines Planungsfehlers wurde eine über 40 Jahre alte Eiche (vor der Bahnhofstraße 14) für den Bahnhofsumbau am 14.2.2024 gefällt. Laut Baudezernenten Bernhard Adams habe das Planungsbüro den Standort wohl falsch eingemessen.

„Es ist geradezu unverantwortlich, dass in Zeiten des Klimawandels gesunde alte Bäume aufgrund von Planungsfehlern gefällt werden. Aktuell am Bahnhofsvorplatz vor dem Gebäude des städtischen Gebäudemanagement geschehen – nur einige Meter Luftlinie zu den drei Platanen, die ebenfalls voraussichtlich in den kommenden Tagen für den Hotelneubau fallen werden. Die Stadtplanung hat die Zeichen der Zeit anscheinend immer noch nicht verstanden. Das ist tief beschämend für Neustadt“, kritisiert Elke Kimmle, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Vor Weihnachten bat Kimmle im gemeinsamen Umwelt- und Bauausschuss zu überprüfen, ob die über 40jährige, kerngesunde Eiche vor der Bahnhofstraße 14, dem Sitz des städtischen Gebäudemanagements, noch erhalten werden könne – durch Umplanung oder Veränderung der Bauabschnitte des Bahnhofsvorplatzumbaus, damit eine Umpflanzung vorbereitet werden könnte. Für eine Verpflanzung der Eiche hatte Umweltdezernentin Waltraud Blarr Angebote eingeholt und bezüglich der Finanzierung „grünes Licht“ erhalten. Allerdings hätte der Baum in der Nähe der Landauer Straße bis Herbst 2024 stehen bleiben müssen, um bis dahin für eine erfolgreiche Umpflanzung genügend Feinwurzeln ausgebildet zu haben. Am 9.2.2024 erhielt Elke Kimmle von Baudezernenten Adams die Nachricht, dass die Prüfungen zum Erhalt der Eiche negativ ausgefallen sei. Eine Umplanung an dieser Stelle sei nicht möglich, da dort „wichtige Fahrbahnflächen und zwei zwingend nötige Taxistände“ geplant seien. Zudem würde „ein Nadelöhr zwischen P+R-Zufahrt und dem ersten nutzbaren Bussteig“ entstehen. Durch ein Tauschen der Bauabschnitte würden laut Tiefbauabteilung „die veröffentlichten Bauabläufe und Zeitpläne nicht gehalten werden können“. Im Ergebnis wurde die vitale Eiche am Nachmittag des 14.2.2024 gefällt.

„Es ist extrem frustrierend, wenn ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro nicht vor Ort geht oder sich aktuelle Luftbildaufnahmen anschaut, um existierende Bäume in ihre Planung mit einzubeziehen, sondern ganz offensichtlich nur aufgrund von Katasterplänen arbeitet. Ich hoffe sehr, dass Stadtplanung, Tiefbauabteilung und Gebäudemanagement bei ihren künftigen Ausschreibungen allen Planungsbüros zur Auflage machen, den vorhandenen Baumbestand zu erfassen und baumerhaltend zu planen“, fordert das Umweltausschussmitglied. 

Um Bäume bestmöglichen schützen zu können, sollten darüber hinaus künftig in Plänen dem Baumkronendurchmesser angepasste Baumsymbole eingezeichnet werden, anstelle von Standardkreisen. Zudem mahnt sie eine frühzeitige, engere Zusammenarbeit zwischen den Planungsabteilungen und der Unteren Naturschutzbehörde an, damit in Zukunft wertvolle alte Bäume in Neustadt erhalten werden können. Es solle MIT der grünen Infrastruktur geplant werden und nicht gegen sie. Abschließend empfiehlt Kimmle der Verwaltung zu prüfen, ob Ausgleichsmaßnahmen für die gefällte Eiche vom Planungsbüro finanziert werden können.

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Elke Kimmle

Co-Fraktionsvorsitzende
Stadtrat Neustadt

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